Lernlandkarten - Lernen sichtbar machen
In einer Zeit, in der Bildungsprozesse immer vielfältiger und vielschichtiger werden, eröffnen Lernlandkarten neue, spannende Perspektiven: Sie machen Lernschritte und -ziele für alle Beteiligten sichtbar, erlauben eine individuelle Anpassung an die Bedürfnisse einzelner Lernender und fördern gleichzeitig die Motivation. Lernlandkarten visualisieren nicht nur den aktuellen Lernstand, sondern bieten auch klare Orientierungspunkte für eigenständiges Arbeiten und reflektiertes Nachsteuern. Durch ihre strukturierte Darstellung ermöglichen sie Lehrpersonen eine präzise Diagnose von Lernhürden und unterstützen Lernende dabei, ihre eigenen Fortschritte bewusst wahrzunehmen und gezielt zu steuern. Darüber hinaus fördern Lernlandkarten die Metakognition, indem sie Lernende ermutigen, über ihre Strategien und Fortschritte nachzudenken und bei Bedarf alternative Vorgehensweisen auszuprobieren. Sie sind damit nicht nur ein Instrument zur Dokumentation, sondern ein aktiver Motor für die Entwicklung von Selbstvertrauen, Lernkompetenz und nachhaltigen Lerngewohnheiten.
Was sind Lernlandkarten?
Lernlandkarten sind visuelle Darstellungen von Lerninhalten, Kompetenzen und Lernzielen, die wie geografische Karten Orientierung im Lernprozess bieten. Sie ermöglichen es Lernenden, den eigenen Stand zu erfassen, Fortschritte sichtbar zu machen und individuelle Wege dynamisch zu planen – nicht mehr linear, sondern verzweigt mit klaren Meilensteinen und Abhängigkeiten. So wird Lernen als persönlicher und flexibler Prozess erfahrbar.
Flexibel einsetzbar in unterschiedlichsten Lehr- und Lernkontexten, unterstützen Lernlandkarten nicht nur die Transparenz von Zielen, sondern auch die systematische Dokumentation von Fortschritten. Weit mehr als hübsche Grafiken sind sie pädagogische Werkzeuge, die den Lernprozess lenkbar und motivierend gestalten. Gerade im selbstregulierten Lernen bieten sie wertvolle Impulse, um Ziele bewusst zu verfolgen und eigenverantwortlich zu erreiche.
Warum Lernlandkarten für selbstreguliertes Lernen?
Selbstreguliertes Lernen bedeutet, dass Schüler*innen eigene Lernziele setzen, ihren Fortschritt reflektieren und den Lernprozess zunehmend eigenverantwortlich steuern. Lernlandkarten unterstützen diesen Ansatz in mehrfacher Hinsicht:
-
Transparenz und Klarheit: Lernende erkennen auf einen Blick, welche Kompetenzen sie bereits entwickelt haben und welche nächsten Schritte bevorstehen.
-
Selbstdiagnose und Reflexion: Durch den Vergleich des eigenen Lernstands mit der Landkarte wird Selbstreflexion angeregt.
-
Motivation durch sichtbare Erfolge: Jeder erreichte Lernmeilenstein motiviert und stärkt das Gefühl der Selbstwirksamkeit.
-
Individualisierung: Lernende wählen ihren eigenen Lernpfad, angepasst an ihr Vorwissen und ihre Interessen.
Vorteile für Schüler*innen und Lehrpersonen
| Für Lernende | Für Lehrpersonen |
|
|
Quellen
- Großschedl, J. (2022). Konzeptlandkarten fördern den Lernprozess. Pädagogik, 1(22), 22–26.
- Leipold, C. & Tröbitz, C (2017). Von weißen Flecken und bekannten Gefilden. Lernlandkarten als Entwicklungsaufgabe. Grundschule aktuell, 138, 30-33.
- Meyer, M., Jansen, C., & Meyer, M. (2018). Unterrichten mit Lernlandkarten. Beltz.